Matthew Vaughn ist ein gefragter Regisseur in Hollywood. Spätestens nach seinem Überraschungserfolg „Kick-Ass“, den der Engländer treffsicher inszenierte, gehört er in die Sparte Blockbuster-Regisseur – ob er will oder nicht. Fünf Jahre nach dem eher enttäuschenden „X-Men – Der letzte Widerstand“ kehrt das Franchise auf die internationalen Leinwände zurück – neu gestartet. Bryan Singer fungiert bei diesem Neustart als Produzent und Regisseur, Matthew Vaughn durfte neben der Inszenierung auch am Drehbuch mitschreiben. Diese Konstellation scheint diesem Neustart mehr als nur gut getan zu haben.
„X-Men: Erste Entscheidung“ glänzt nicht nur durch originelle Schauplätze, sondern auch oder vor allem durch die großartigen Effekte. Bis auf die Maske des neuen „Beast“ darf man hier nicht mäkeln. Wenn Laserstrahlen aus einem Körper schießen, sich Mystique in beliebige Personen verwandelt oder wenn Magneto durchdreht: Das macht immer und zu jeder Zeit absoluten Spaß!
Schon immer waren es bei einem „X-Men“-Film auch die Schauspieler, die für eine Comicverfilmung meist in engmaschiger Star-Dichte auftraten. Dies ist auch bei diesem neuen „X-Men“ so. James McAvoy spielt Charles Xavier mit der nötigen Ruhe und Autorität und Michael Fassbender ist ein schlicht fantastischer Erik Lehnsherr alias Magneto, der mit einer inneren Wut die Zuschauer in seinen Bann zieht. Diese beiden Schauspieler und die Figuren, die sie spielen sind das Herz des Films und ihre Freundschaft allgegenwärtig. Kevin Bacon ist das Schwein dieser politisch angehauchten Geschichte – und das wie alle Rollen, die der Schauspieler übernimmt, höchst überzeugend. Jennifer Lawrence (OSCAR-nominiert für ihre Leistungen in „Winter’s Bone“) tritt die Nachfolge von Rebecca Romijn als Mystique an und Rose Byrne darf als CIA-Agentin eine nette Nebenrolle einnehmen.
Die vielen jungen Gesichter sind ebenfalls absolut überzeugend. Hervorstechen vor allem Caleb Landry Jones als Sean Cassidy und Lucas Till als Alex Summers. Besonders letztere hat richtig coole Szenen zu bieten. Ob die Szenerie in den 60er Jahren tatsächlich immer so hochglanzpoliert aussah, darf an dieser Stelle bezweifelt werden. Wegen des hohen Spannungsfaktors, der überzeugenden Schauspieler und der großartigen Effekte ist „X-Men: Erste Entscheidung“ ein absolutes Muss für Fans der Reihe und besonders für jene, die sich durch „X-Men – Der letzte Widerstand“ haben vergraulen lassen. Es ist ein neuer, frischer Teil der Reihe, der viele sehr lustige Szenen zu bieten hat, aber auch durch tragische und emotionale Szenen glänzt. Dabei standen vor allem die Figuren und deren Glaubwürdigkeit im Fokus der Drehbuchautoren. Auch die nette Verwebung mit der Kubakrise ist an der tollen Geschichte zu loben.
Fazit
„X-Men: Erste Entscheidung“ versöhnt den Zuschauer wieder mit dem Franchise und macht sehr viel Lust auf mehr.
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